Fachwissen
01-2014 Die Fachtagung startete dann mit dem ersten Referat. Herr Thomas Bach (Foto), aus dem Hause  SEITZ, dort tätig im Bereich Forschung und Entwicklung bzw. Anwendungstechnik, referierte zu dem  Thema: „Textile Ausrüstung in Wäschereien – Sonderverfahren und ihre Anwendung“ Textile Ausrüstung in Wäschereien zählt zum Handwerk einer  jeder Wäscherei. Klassische Ausrüstungen sind Stärken und  Weichspüler, die aber bei nachfolgenden Waschbehandlungen  meist wieder entfernt werden. Imprägnierungen zählen ebenfalls  dazu. In diesem Bereich kommt auf die Wäschereibranche eine  nicht unerhebliche Veränderung zu. Ab 2015 werden  Fluorcarbonharze auf Basis von C-8 Monomeren nicht mehr  hergestellt, weil hier gravierende ökologische Bedenken  entstanden sind. Die Monomere lassen sich sehr schwer in der  Umwelt abbauen. Daraus resultierend ergibt sich eine Suche  nach möglichen Alternativen, bzw. eine Renaissance von  fluorfreien Produkten. Viva Protect LT (Low Temperatur) auf  Basis von C-6 Monomeren ist hierzu von Seitz entwickelt worden.  Eine Trocknertemperatur von 80°C ist hier ausreichend. Zu  beachten ist aber, dass die meisten Textilen hierzu das mögliche  Ausrüstungsverfahren vorgeben. Weitere Alternativen sind  Produkte auf der Basis von Paraffinen und Silikonen. Allerdings  sind Paraffine nicht für Funktionsware mit Membranen geeignet, da sie die Eigenschaft haben die  Oberfläche zu verkleben, bzw. eine Oberfläche zu Schmutzanhaftung zu ergeben.   Die meisten Weichspüler basieren auf kationischen Tenside. Die Wasseraufnahme wird aber  durch  viele klassische Weichspüler verschlechtert. Durch die Option Viva App auf Basis von Silikon, kann  hier das Saugvermögen verbessert werden. Es gibt einen weichen Griff und zeigt eine nennenswerte  Knittererholung.  Antiknitter-Appreturen verbessern das Entwässerungsverhalten durch Verringerung der Restfeuchte  um bis zu 20%. Die Trockner – und Mangelzeiten werden so erheblich reduziert und ein möglicher  Einspareffekt im Bereich der Energie erzeugt. Antimikrobielle Hygieneausrüstungen auf der Grundlage von Silber werden heute in vielen  Anwendungen, wie auch schon bei der Herstellung von Textilien verwendet (Wirkmechanismus  Silber). Fest auf der Faser fixierte Silberprodukte haben keinen Einfluss auf die Hautflora und wirken  nur auf dem ausgerüstetem Textil. Ein Einsatz ist hier bei Handtuchrollen und Feuchtwischbezügen  möglich. In einem Test hat Seitz Feuchtwischbezüge desinfizierend gewaschen und feucht (verpackt  und unverpackt) 24 Stunden gelagert. Das Keimwachstum war hier nach der Wäsche bei 2 KBE. Bei  den gelagerten nach 24 Stunden größer 400 KBE. Also indiskutabel. Anschließend wurden die Bezüge  nach dem desinfizierenden Waschverfahren mit einer auf Silber basierenden Ausrüstung behandelt  und wie oben beschrieben gelagert. Das Keimwachstum war nach 24 Stunden bei der gelagert Ware  bei 4 – 6 KBE, also im absolut zulässigen Bereich. Der Vollständigkeit sei hier erwähnt, dass feuchte  Wischbezüge ein Wunsch der Gebäudereiniger sind. Laut RKI ist eine Volltrocknung besser, diese ist  aber im Energieverbrauch deutlich höher. Der Vollständigkeit sei erwähnt dass bei Volltrocknung das  Keimwachstum kaum eine Rolle spielt.  Eine Ausrüstung mit Flammhemmenden Produkten ist auch möglich. Hier ist aber Aufgrund der  bereits bei der textilen Herstellung eingebrachten Flammhemmenden Ausrüstung eine Nachrüstung  wirtschaftlich fragwürdig. Jeder sollte für sich hierbei prüfen, inwieweit den Kunden Garantien  gegeben werden können ohne das Thema Haftungsausschluss zu vernachlässigen. Geruchsabsorber als Ausrüstung dienen der Entfernung von Gerüchen. Früher ist dazu einfach Parfum zum überdecken (Überlagerung) verwendet worden. Weitere Produkte sind hier Bakterizide  (Tötung), Bakteriostatika (Hemmung) und eben Geruchsabsorber (chemische Bindung). Seit dem  Markenprodukt „Febreze“ ist dies auch im Alltag bekann. Wichtig ist hier: Ohne Wasser erfolgt keine Geruchsbeseitigung. Auf Basis von Stickstoff und Schwefel werden hier die Gerüche permanent  gebunden. Die Anwendung erfolgt hier sinniger Weise im letzten Spülbad, da die meisten zu  bindenden Geruchstoffe schon mit den vorangegangenen Waschbädern entfernt worden sind und im  Spülbad nur noch „die harten Nüsse zu knacken“ sind. Der Geruch von Ware spielt bei Kunden eine  große Rolle, da sie mit einem frischen Duft auch automatisch Sauberkeit verbinden. Ein  wirtschaftlich sinnvoller Einsatz von Ausrüstungsprodukten sollte in jedem Fall sorgfältig geprüft  werden.  Text und Foto: Gert Wohlgemuth Pressereferent FWL
Fachverband für Wäscherei-, Textil- und Versorgungsmanagement e.V. Home Home Organisation Organisation News News Fachwissen Fachwissen Marktplatz Marktplatz Mitglieder Mitglieder Bildergalerie Bildergalerie Kontakt Kontakt Zurück
Wäscherei+Reinigungs|praxis
Organ des Fachverbandes
FWL e.V. • Distelweg 1 • 27356 Rotenburg • Telefon: 04261 - 920-570 • E-Mail: info@fwl-ev.de Impressum Copyright © by Fachverband für Wäscherei, Textil- Versorgungsmangement e.V. (2017) Webdesign